Partnerorganisation
Para El Futuro gibt 100% der eingegangenen Spenden an die "Fundacion Formacion de Futuros" (FFF) in Kolumbien weiter.
1) Wer ist „Träger“ des FFF?
Die „Fundacion Formacion de Futuros (FFF = Verein Zukunft Schaffen)“ ist ein in Cali, Kolumbien eingetragener und anerkannter Verein. Die FFF ist vertreten durch den Vereinsvorstand (= Junta Directiva, 5 Personen) und die Mitgliederversammlung (Asamblea, 11 Personen).
Wer ist derzeit im Vorstand: Christian Martínez, Geoffrey Watson, Gustavo Rodríguez, Jaquelin Viveras, Juliana Ogonaga
2) Wie lange gibt es die FFF schon?
Die FFF wurde im Februar 2003 von Tanya Manuell (England) gegründet. Tanya kam nach Kolumbien, um dort in einer Privatschule Englisch zu unterrichten. Bald nach ihrer Ankunft hatte sie das Bedürfnis, in Sozialprojekten aktiv zu werden. Nach Analyse der Situation kam sie zu dem Schluss, dass sie Jugendlichen eine Zukunft geben möchte, die in Waisenheimen aufwachsen und wenig Chancen in der Gesellschaft haben.
3) Ist FFF vergleichbar mit einem österreichischen Verein oder handelt es sich um ein staatliches Programm?
Die FFF ist KEIN staatliches Programm und wird derzeit auch nur sehr minimal (< 2% Jahresbudget) vom kolumbianischen Staat unterstützt. Die rechtliche Struktur der FFF ist mit der eines Vereins in Österreich vergleichbar.
4) In welchem Alter sind die Jugendlichen, die betreut werden?
Generell ist die Zielgruppe der FFF Jugendliche im Alter von 14 bis 25 Jahren. Im Wohnprogramm der FFF ist das Mindestalter 18 und das Maximalalter 21.
5) Wie viele Jugendliche werden von FFF betreut? Für wie viele Personen stehen „Betreuungsplätze“ zur Verfügung?
Das Wohnprogramm ist für jeweils 4 Mädchen und 4 Jungs vorgesehen. Momentan leben dort 2 Mädchen und 5 Jungs. Im Jugendzentrum ist die Kapazitätszahl flexibler und hat keine definierte Obergrenze. Typischerweise sind es aber ca. 70 Jugendliche, die das Zentrum jährlich nutzen.
6) Wie lange sind die Jugendlichen im FFF, bevor sie in die Selbständigkeit „entlassen“ werden?
Im Wohnprogramm sind die Jugendlichen mindestens 6 Monate und maximal bis zu 2 Jahre in der FFF. Abhängig von individuellen Bedürfnissen und den Fortschritten der einzelnen Jugendlichen bestimmt sich die Aufenthaltsdauer. Der Durchschnitt liegt derzeit bei ca. 1,5 Jahren.
Im Jugendzentrum gibt es keine Mindest- oder Maximalaufenthaltsdauer. Hier gilt eher der Grundsatz: je beständiger die Jugendlichen kommen und mitmachen, desto besser.
7) Wo mussten die Jugendlichen, die zur FFF kommen, bisher ihr Leben verbringen?
Die Jugendlichen, die ins FFF-Wohnprogramm aufgenommen werden bzw. das Jugendzentrum besuchen, kommen meist entweder aus Waisenheimen oder Ersatzfamilien. Ins Waisenhaus kommen Kinder, die entweder von ihren Eltern verlassen werden oder für die eine Gefahr (Ausbeutung, Missbrauch) in der Familie besteht. Die Ersatzfamilie nimmt Kinder oft als billige Arbeitskräfte auf, es gibt keine vom Staat organisierte Betreuung oder Begleitung. In den Waisenheimen leben die Kinder bzw. Jugendlichen unter schwierigen Verhältnissen. Das Leben – Schule, Essen, Freizeit – passiert alles innerhalb des Heimes. 20 bis 30 Jugendliche leben in einem Schlafsaal. Es gibt keine festgelegten Standards für Waisenheime. Manche Heime erziehen ihre Kinder und schulen sie, andere nicht. Ein Sozialarbeiter ist für 200–300 Jugendliche zuständig, persönliche Begleitung oder Betreuung ist so kaum möglich. Berufsausbildung, Persönlichkeitsbildung und das Verständnis, wie der Alltag und die Gesellschaft „draußen“ funktionieren, fehlen oft. Mit 18 Jahren müssen die Jugendlichen diese vom Staat finanzierten Heime verlassen und stehen dann oft ganz allein auf der Straße.
8) Wie finanziert sich die FFF?
In den Jahren 2003 bis 2008 finanzierte eine englische Organisation (COTA = Children of the Andes, www.childrenoftheandes.org) 65% der Kosten der FFF. Durch eine englische Internet-Spendenplattform (www.dovetrust.com) kommen weitere Geldmittel zusammen. Die „Aktion Teilen“ der kath. Jugend Oberösterreich hat die FFF zwei Mal in einer finanziell schwierigen Situation unterstützt. Die FFF veranstaltet selbst auch einige Male im Jahr Aktionen, um Spenden zu sammeln (Versteigerung, Tanzveranstaltung, Weihnachtsmarkt, …). Der Staat Kolumbien trägt zum ersten Mal im Jahr 2008 knapp 2% zum Jahresbudget durch die Finanzierung eines Spezialprojektes bei.
Eine mittel- bis längerfristige Basisfinanzierung wäre sehr wünschenswert und würde dem Vereinsvorstand und den Angestellten im Verein viele Sorgen erleichtern. „Para El Futuro“ möchte dabei helfen.
9) Kann man grob sagen, mit welchem Betrag man die „Patenschaft“ für einen Jugendlichen pro Monat oder pro Jahr übernehmen kann?
Grundsätzlich bietet die FFF kein Patenschaftsprogramm an, um eine bevorzugte Finanzierung einzelner Jugendlicher und eine daraus resultierende moralische Abhängigkeit zu vermeiden. Jedoch kann das Jahresbudget der verschiedenen Aktivitäten und Programme der FFF auf die betreuten Jugendlichen umgerechnet werden. Daraus ergibt sich ein Kostenpunkt von ca. EUR 3.112 (8 Millionen kolumbianische Pesos, COP) pro Jugendlichem im Wohnprogramm. Der Erhalt und die Aktivitäten im Jugendzentrum kosten pro Jahr ca. EUR 7.200 (= COP 20 Millionen). Das Gesamtjahresbudget 2008 beträgt ca. EUR 53.000 (COP 148 Millionen). Die FFF hat 5 Angestellte (3 Jugend-Sozialarbeiter, 1 Direktorin und 1 Administration).
10) Welche Räumlichkeiten stehen für das Projekt FFF zur Verfügung?
Die FFF mietet derzeit ein Haus, das für das Wohnprogramm der Mädchen und Jungen genutzt wird. Das Haus umfasst 3 Schlafzimmer, ein Wohn- und Esszimmer, eine Küche und 2 Bäder sowie 2 Innenhöfe. In einem weiteren Haus sind das Jugendzentrum und die Büros untergebracht. Bei diesem Gebäude handelt es sich um ein Haus in Leihe für 5 Jahre. Das heißt, dass der Staat das Haus besitzt und es der Fundación d'Futuros für diesen Zeitraum kostenlos zur Verfügung stellt.
11) Finden alle Jugendlichen, die möchten, in der FFF Platz? Wenn nein, nach welchen Kriterien erfolgt die Aufnahme?
Leider kann die FFF derzeit nicht den vollen Bedarf an Betreuungsplätzen abdecken. Das Programm der FFF ist sehr anspruchsvoll, und so sollen auch nur Jugendliche ins Programm kommen, die sich wirklich verändern wollen und die Herausforderung annehmen. Dazu wurde ein mehrstufiges Aufnahmeverfahren entwickelt.
Die Kriterien für eine Aufnahme sind:
1) Jugendliche, die den meisten Schutzbedarf haben.
2) Jugendliche, die am meisten Bereitschaft und starkes Interesse zeigen, in der FFF dabei zu sein.
3) Jugendliche, die ein sehr schwaches soziales Netzwerk haben.
Das Auswahlverfahren besteht aus Interviews und Workshops.
12) Wer übernimmt die Betreuung der Jugendlichen? Gibt es hauptamtliche / professionelle Angestellte oder läuft das Projekt über Ehrenamtliche?
Die Betreuung der Jugendlichen liegt in der Verantwortung einer Psychologin, die sich speziell um die Bewohner des Wohnprojekts kümmert. Ein Freiwilliger, der jedes Jahr durch eine Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Deutschland kommt, ist Ansprechpartner für alle Jugendlichen, die in das Jugendzentrum kommen. Einmal wöchentlich wird das Team von einer administrativen Assistentin unterstützt. Außerdem gibt es die Direktorin, die den Verein zusammenhält und auch sehr viel Kontakt zu den Jugendlichen hat.
Außerdem gibt es ein Team aus ca. 25 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, die bei den verschiedenen Aufgaben der FFF helfen.
13) Wie kommen die Spenden von „Para el Futuro“ nach Kolumbien?
Die Überweisung des Geldes erfolgt direkt auf das Konto der FFF in Kolumbien. Dies funktioniert über ein Partner-Geldinstitut in Deutschland. Die Überweisung dauert ca. 4 Tage und wurde bereits erfolgreich angewandt.
14) Ist FFF im Internet mit einer Homepage präsent?
Die offizielle Webseite der Organisation lautet www.fffcali.org. Zudem wird auf der Facebook-Seite https://es-la.facebook.com/fundacionformaciondfuturos regelmäßig über aktuelle Aktionen und Events berichtet. Beide Seiten sind auf Spanisch. Des Weiteren besteht eine Webseite aus England unter www.formingfutures.org.uk. Dort kann Information auf Englisch und Spanisch abgerufen werden. Eine gute Beschreibung der Lage von Kindern und Jugendlichen in Kolumbien kann auch auf der Seite von COTA (Children of the Andes, www.childrenoftheandes.org) auf Englisch abgerufen werden.
15) Spricht von den Jugendlichen im FFF bzw. von den Betreuern / Organisatoren jemand Englisch?
Die Angestellten der FFF sprechen kein Englisch, die Organisation hat jedoch jedes Jahr einen deutschen Freiwilligen im Haus, der normalerweise fließend Deutsch und Englisch spricht und gerne Informationen über die FFF weitergibt.
16) Wie ist Para el Futuro auf die Fundación Formación d'Futuros aufmerksam geworden?
Über seine Arbeit in Kolumbien hat der Gründer (Norbert Niederhauser) dieses Vereins die Gründerin der FFF (Tanya Manuell) getroffen und war nach einem Treffen mit dem Team und den Jugendlichen sofort von der Arbeit überzeugt. Seitdem hat er den Wunsch, die Organisation aktiv zu unterstützen. Ehemalige Freiwillige und Freunde der FFF stehen ebenfalls hinter dem Konzept und sind auch in der Asamblea vertreten.
17) Können durch Spenden des Vereins „Para el Futuro“ zusätzliche Jugendliche betreut werden, oder können die bestehenden Jugendlichen besser betreut werden? Fließt das Geld in eine konkrete Aufgabe, oder stellt es einen Beitrag für den Gesamtaufwand des Projektes dar?
Die FFF verfolgt ein ganzheitliches Konzept. Die Ausgaben für den Betrieb des Wohnprojektes sind dabei ebenso wichtig wie die Anstellung von SozialarbeiterInnen und die Durchführung von Workshops und Schulungen im Jugendzentrum. Würde nur ein Teil dieser Ausgaben gedeckt, z. B. die SozialarbeiterInnen, könnten diese nur halb so gute Arbeit leisten, weil die entsprechende Infrastruktur fehlen würde. Die Spenden von „Para el Futuro“ sollen deshalb einen Beitrag zum Gesamtbudget leisten. Die FFF erstellt jederzeit gerne Berichte über die genaue Verwendung des Geldes.
In der derzeitigen Phase versucht die FFF, ihr Programm und Service zu verbessern und mehr Jugendlichen Zugang zum Angebot der FFF zu bieten. Dazu soll zum einen das Programm des Jugendzentrums ausgebaut werden, zum anderen sollen Jugendliche, die in Waisenheimen leben, eingebunden werden. Zu diesem Zweck wurde das Projekt „Etapa Zero“ – „Etappe Null“ – entwickelt. Jugendliche sollen, wie der Name beschreibt, schon vor dem Eintritt in die FFF betreut werden – also schon vor der ersten Etappe.
Es wurde 2007 als Pilotprojekt gestartet und erreichte 16 Jugendliche außerhalb des Wohnprojekts oder Jugendzentrums. Es geht darum, Jugendliche bereits in den Waisenhäusern zu betreuen, um erst gar nicht den Bedarf einer „Nachbetreuung“ entstehen zu lassen. Die „Etapa Zero“ kann nur in enger Kooperation mit verschiedenen Betreuungseinrichtungen (Waisenheimen und Pflegefamilien) durchgeführt werden. Für 2008 ist die Ausweitung auf 5 Heime und 49 Jugendliche geplant. Die Erfahrungen der FFF aus dem Wohnprogramm und dem Jugendzentrum sind dafür unerlässlich. Das Programm umfasst spezifische Workshops und ein Angebot der Aus- und Weiterbildung von HeimleiterInnen und Heimpersonal. Als Resultat soll die Zeit, die die Jugendlichen im FFF-Wohnprogramm verbringen, reduziert werden. Damit kann die FFF mehr Jugendliche in weniger Zeit betreuen und auf den Alltag außerhalb eines Heimes vorbereiten.